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Die
Eulen gelten seit jeher in vielen Völkern und Kulturen
als unheimliche "Geisterwesen".
Der starre durchdringende Blick, der gesichtshafte Ausdruck, der spukhaft-leise
Flug, der klagende Eulenschrei in der Nacht, dies alles sind "Signale"
des Unheimlichen, Unvorhersehbaren, Undurchschaubaren, die zu früheren
Zeiten mit Bedrohung und Tod gleichgesetzt wurden und die Eulen zu Unglücksboten
machten.
In
der Mythologie hat die Eule die Bedeutung eines Totenvogel,
sie galten als dämonische Hexen, die Unglück verheißen,
oder sogar veranlassen.


In
Israel heißt der Wüstenkauz heute noch Lilith (=Hexe), benannt
nach der Todesgöttin der alten Sumerer.
Die
Herbstbalz mancher Eulenarten wurde als "infernalisches" Getöse
von Geistern gedeutet, und das Geheule als wären es die Wehklagen
von unerlösten Seelen bzw. verwunschener, verfluchter oder ungesühnt
ermordeter Menschen .
Somit
hatte man früher Angst, die Eulen wegen ihrer Verbindung zur Unterwelt
zu töten und man fürchtete sich vor ihrer Rache.

Manche
Kulturen versuchten daher, mit anderen Mitteln den Eulen als Unheilskünder
entgegenzutreten und ihre "Kräfte" zu bannen, und zwar
durch Abreißen oder Verbrennen der
Gebäude oder durch scharfe Mittel zur Reinigung der Dachbalken, auf
die sich eine Eule niedergelassen hatte. Außerdem wollte man durch
Phählung der Eule den Dämon in ihr bezwingen. Noch bis vor wenigen
Jahrzehnten wurden Eulen zur Abschreckung böswilliger Kräfte
und als Schutz vor Feuer und Blitzeinschlag an das Scheunentor genagelt!

Gleichzeitig
nutzte man die Eule zur Herstellung von Heil-
und Zaubermitteln:
Federn
unter dem Kopfkissen sollten tiefen Schlaf bringen, Eulenaugen
die eigene Sehkraft verbessern, das Herz
galt als Liebeszauber, ihr Fett wurde gegen
Fieber eingesetzt, die Krallen sollten die
menschliche Hand kräftigen!
Außerdem
hoffte man, selber magische Kräfte zu bekommen, wenn man sich mit
ihren Federn schmückte und die Tötung einer Eule sollte Glück
bringen.
Dieses
Denken hielt sich über Jahrhunderte.

 
Als Gegenströmung
zu diesem archaischen Eulen-Bild gab es aber auch die Ehrfurcht vor der
"Weisheit", die sich im Gesichtsausdruck
spiegeln sollte, vor der stoischen Gelassenheit, dem markanten Gesichtsausdruck.

In
der heutigen Zeit betrachten fast alle Europäer die Familie der Eulen
unter den Gesichtspunkten der Landwirtschaft als nützliche
Mäusefänger und Schädlingsbekämpfer
und es gibt Bemühungen zum Artenschutz , indem Nisthöhlen und
Kunsthorste in Wald- und Heckengebieten geboten oder den Eulen der Zugang
zu Dachböden und Scheunen erleichtert werden und viele Organisationen
befassen sich mit dem Schutz, der Biologie und Stammesgeschichte der Eulen.
 

Inzwischen
hat die Faszination dieser Tiere, ihr unergründlicher, fast hypnotischer
Blick, die Präzision ihrer Sinnesorgane, ihr seidenartig-glattes
Gefieder dazu geführt, dass sich auch die Kunst
damit befasst und die Eulen Ausdruck finden sowohl in kleinen Maskottchen
aus Plüsch oder Keramik als Sammelobjekte so wie auch in der Malerie,
in Plastiken und Mosaikfußböden.Es hat also eine Wandlung stattgefunden
von dem Argwohn gegenüber den "unheimlichen" Nachtvögeln
hin zum Interesse, zur Faszination an dieser
Vogelgruppe.
Die meisten Informationen
sind aus dem wunderbaren Eulen-Band "Die Eulen
Europas", von Theodor Mebs und Wolfgang Scherzinger, KOSMOS
naturführer
Surftipp:

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